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Krisenstimmung ist aus der Mode

„Keep calm and carry on“ hat Winston Churchill mal in einer Krisensituation gesagt.

Weitermachen ist momentan ja nicht so einfach, wenn vieles im Stillstand ist.

Aber ruhig bleiben zahlt sich immer aus.

Klar darf man Emotionen haben, wenn auch Unternehmen der Textilbranche Filialen schließen, wenn Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt oder entlassen werden, wenn Insolvenz droht. 

Aber es bringt nichts, diese Emotionen in aggressive Stimmung zu wandeln. Schon gar  nicht gegenüber denen, die nicht im Homeoffice arbeiten können, sondern trotz der Risiken  täglich in den Kundenkontakt gehen müssen, um uns alle zu versorgen.

Sinnvoller ist es, nach dem ersten Schockmoment nach vorne zu schauen.

Kommen Sie ins Handeln zurück

Unsere Großeltern – vor allem die Frauen – fingen nach dem zweiten Weltkrieg einfach mit ihren Händen an, die zerbombten Städte wieder aufzubauen. Das war letztlich der Startschuss für das Wirtschaftswunder.

Wenn Sie also in der Textilbranche beschäftigt sind und sich Sorgen um Ihren Arbeitsplatz machen oder ihn schon verloren haben, dann hilft Handeln auch emotional. 

Sie bewegen sich dann aus einer passiven, demütigenden Rolle in eine aktive, in der Sie das Heft des Handelns wieder in die Hand nehmen.

Zwei Spielfelder warten auf Aktion

Es gibt zwei Handlungsebenen, auf denen wir jetzt aktiv werden können:

Die Ebene des Unternehmens, in dem Sie noch angestellt sind.

Und die Ebene Ihrer persönlichen Karriere.

Wobei die Optionen auf Ebene des Unternehmens sehr eingeschränkt sein können, wenn man nicht eine entsprechende hierarchische Position hat.

Dass es grundsätzlich auch in der Textilbranche auf Unternehmensebene lohnend ist, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen, zeigen Beispiele wie Prada, Trigema und Nike, wo jetzt Schutzmasken genäht werden.

Andere Unternehmen bauen ihren Online-Bereich aus und bekommen so neuen Zugang zu Kunden.

Was tun, wenn Sie nicht zu den Entscheidern gehören?

Wer mit seinen Ideen nicht zur Unternehmensleitung vordringt oder diese überzeugt, kann alternativ auf dem Feld der persönlichen Karriere aktiv werden.

Hier ist jeder Schockmoment immer auch eine gute Gelegenheit für eine Bilanz.

Stellen Sie Ihre Karriere auf den Prüfstand: Ist das, was Sie bis vor kurzem beruflich taten, auch das, was Sie tun wollen? Welche Einschränkungen empfanden Sie bisher, welche Entwicklungsmöglichkeiten fehlten Ihnen? Wo wollen Sie in 5 oder in 10 Jahren stehen?

Natürlich ist gerade jetzt nicht die erfolgversprechendste Zeit für Jobwechsel. Aber jetzt können Sie den Grundstein für Ihr Handeln in einigen Monaten legen.

Nutzen Sie die Zeit, um sich weiter zu entwickeln und dazu zu lernen. Zum Beispiel, wie man eine Bewerbung verfasst, die Ihre Chancen auf ein Vorstellungsgespräch deutlich hebt. Oder wie man sich in Gesprächen ideal präsentiert.

Es ist jetzt auch sinnvoll, Berater oder Headhunter zu konsultieren, um eigene Entwicklungsoptionen zu evaluieren.

Spezialisierte Consultants haben eine sehr gute Kenntnis der Textilbranche und wissen, wo sich wann etwas tun könnte und welche Jobchancen das eröffnet.

Zeit, sich persönlich zu entwickeln

Doch was, wenn sich ergibt, dass Sie Ihren Traumjob haben und nichts sehnlicher wollen, als aus der Zwangspause wieder an Ihren Arbeitsplatz zurückzukehren?

Ein guter Weg, freie Zeit zu nutzen, ist Weiterbildung. Bauen Sie Ihre Qualifikation durch neues Wissen aus oder entwickeln Sie sich in neue Bereiche.

Viel Wissen findet man online, meist kostenlos. Doch auch Online-Kurse sind derzeit möglich und auch Bücher kann man sich liefern lassen.

Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir möglichst gut aus dieser besonderen Zeit kommen und sie im Rückblick auch für unsere persönliche Weiterentwicklung nutzen konnten. 

Alexandra Amiridis
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